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Capriccio

Kultur, Magazin • 23.07.2026 • 22:45 - 23:15
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Originaltitel
Capriccio
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Herausragender archäologischer Fund Wer waren diese reichen "Riesen"-Bajuwaren? Die Bajuwaren von Mitterlern müssen reich gewesen sein. Eine archäologische Ausgrabung bei Berglern im Landkreis Erding entbirgt jetzt gerade eine 1400 Jahre alte Siedlung, die den Stamm der Bajuwaren erkundet, aus dem die heutigen Bayern hervorgegangen sind. Und es zeigt sich: von den Bajuwaren hier in Mitterlern waren viele offenkundig wohlhabend, wertvoller Schmuck aus Edelsteinen und Silber liegt in den Gräbern. Aber auch die Waffen hochrangiger Krieger. Besonders interessant: die Bajuwaren hier müssen außergewöhnlich groß gewesen sein, mindestens 1,80 Meter, was deutlich über dem frühmittelalterlichen Standard liegt. Insgesamt ein herausragender Fund, der Hinweise auf Arbeit und Leben unserer Vorfahren gibt. Radikaler Umbau der historischen Ludwigstraße Warum nicht einfach ein Wäldchen an der Uni zwischen philosophischer und juristischer Fakultät. Ja mei, durchfahren geht dann nur noch mit Geländewagen. Aber: davon gibt es ja genug im schönen München. Jetzt übertreiben wir ein wenig. Aber: die Stadt plant tatsächlich einen radikalen Umbau der Ludwigstraße vom Odeonsplatz nordwärts mit Promenade unter schattenspendenden Bäumen. Klingt gut. Aber: es geht hier um eine klassizistische Prachtstraße, geplant von Leo von Klenze. Wie kriegt man das also zusammen: Wäldchen und Verkehr, Trachten- und Schützenumzug und grüne Sitzinseln? Capriccio hat die Pläne auf Herz und Nieren geprüft. Der Wilde Osten Menschen im Bayerischen Wald 1900-1950. Ein ganz wunderbarer Bildband erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Region Bayerns. Es sind persönliche Bilddokumente und Schriftzeugnisse von der ersten Eisenbahn, über die Glasbläser, die besondere Qualität des Granits aus den Werken im Bayerwald bis hin zum Einsiedler aus Liebeskummer und seltenen Aufnahmen von Metzgereien und anderen Handwerksbetrieben. Richard Loibl erzählt in seinem Buch "Grüße aus dem wilden Osten" eine Kulturgeschichte des Bayerischen Waldes auf Ansichtskarten. Tomás Saraceno Im Haus der Kunst ist seit wenigen Tagen grandioses zu sehen: Tomás Saracenos Ausstellung "Verwobene Welten" hat es absolut in sich. Der Argentinier verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft und entwirft dabei ökologisch-soziale Visionen der Zukunft. Tomás Saraceno konfrontiert uns im Haus der Kunst zum Beispiel auf ganz plastisch-drastische Weise mit dem Wasserverbrauch des Lithiumabbaus in der Atacama im Norden Argentiniens. Indem er anhand einer Karte der bayerischen Seen zeigt, wie lange es dauern würde, bis sie "leergetrunken" wären, würde die bayerische Autoindustrie das für die Batterien der Elektroautos notwendige Lithium mit dem Wasser unserer Seen aus speisen. Großartige Kunst der Gegenwart!